Sind Sie Opfer des illegalen Welpenhandels geworden?

Lesen Sie hier, was jetzt zu tun ist:

Stellen Sie Strafanzeige bei der Polizei wegen Betruges. Lesen Sie unten, was Sie beachten müssen.

Trotz einer umsichtigen Vorbereitung kann es passieren, dass Sie selbst Opfer der Welpenmafia werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und liegen zum Beispiel in den noch immer vorherrschenden Vorurteilen zum Thema Welpenhandel, wie wir in unserem Artikel „Welpen per Mausklick – das kriminelle Geschäft mit der Ware Hund“ erläutern. Umso wichtiger ist es, nun alles zu tun, um weiteren Hunden und Menschen dieses Leid zu ersparen.
Sie können uns dabei aktiv unterstützen und eine große Hilfe sein!

Wenn Sie das Gefühl haben, Opfer der Welpenmafia geworden zu sein, sollten Sie Folgendes tun:

Gesundheit ihres Hundes

An erster Stelle steht die Gesundheit Ihres Tieres! Aus diesem Grund suchen Sie bitte unverzüglich einen Tierarzt auf. Weisen Sie den Tierarzt darauf hin, dass Ihr Hund vermutlich illegal aus dem Ausland importiert worden ist und an der Viruserkrankung Parvovirose leiden könnte. Zudem ist Ihr Welpe in der Regel weder geimpft noch entwurmt.
Leidet Ihr Welpe an Erbrechen und/oder Durchfall, so können dies Symptome des Parvovirus sein. In diesem Fall ist höchste Eile geboten! Bringen Sie ihr Tier in eine Tierklinik und weisen Sie auf Parvovirose hin.


Strafrechtliche Verfolgung

Für eine erfolgreiche strafrechtliche Verfolgung der Täter ist eine beweiskräftige Dokumentation der Geschehnisse von größter Bedeutung. Die Täter machen sich u.a. durch Verstöße gegen das Tiergesundheitsgesetz (Seuchenschutz), das Tierschutzgesetz (folgend „TierSchG) sowie wegen Betruges strafbar. Während die illegale Einfuhr aus dem Ausland nur schwer nachzuweisen ist, können die Verstöße gegen das TierSchG und der Betrug oftmals bewiesen werden. Um gerichtsverwertbare Beweise zu erlangen, ist folgendes wichtig:

 

Zahnstatus als Altersnachweis:
Bitten Sie Ihren Tierarzt / die Tierklinik den Zahnstatus als Altersnachweis zu dokumentieren.

Ausführlicher Befundbericht:
Fordern Sie einen möglichst umfangreichen Befundbericht des behandelnden Tierarztes an (Pflegezustand, Ernährungszustand, Giardien, Parvovirose, etc.).

Daten des Verkäufers:
Sichern Sie alles, was sie von dem Verkäufer wissen (Name, Adresse, Telefonnummer)

Sicherung der Kommunikation:
Sichern Sie die Kommunikation mit dem Verkäufer via WhatsApp, eBay Kleinanzeigen o.Ä., indem Sie die Screenshots des Schriftverkehrs chronologisch in einem Dokument zusammenführen. Vermerken Sie auch das Datum der Kommunikation sowie das Datum der Sicherung.

Sicherung der Verkaufs-Anzeige:
Sichern Sie auch die Anzeige, über die Ihr Welpe angeboten wurde als Screenshot.

Gedächtnisprotokoll:
Fertigen Sie ein Gedächtnisprotoll an und versuchen Sie sich an folgendes zu erinnern:

  • Ort und Zeitpunkt des Verkaufs
  • Wo und wann hat der Verkauf stattgefunden?
  • Beschreibung der Verkäufer*innen (Wie haben der oder die Verkäufer*innen ausgesehen (Alter, Haarfarbe, Kleidung, etc.)? Wie haben sie gesprochen? Von wo kamen sie? Haben sie ein Fahrzeug benutzt? Sind Ihnen weitere Personen aufgefallen?)
  • Angaben der Verkäufer über den Hund (Was hat Ihnen der Verkäufer beim Kauf über den Welpen gesagt (Alter, Impfstatus, Gesundheitszustand, Herkunft, etc.)?
  • Konzentrieren Sie sich hierbei auf das, was Sie tatsächlich beobachten / wahrnehmen konnten. Stellen Sie keine Vermutungen an.

 

Meldung des Vorfalls an das zuständige Veterinäramt:

Melden Sie Ihre Beobachtungen dem zuständigen Veterinäramt und stellen Sie auf Wunsch Ihre gesicherten Dokumente zur Verfügung.

 

Strafanzeige bei der Polizei:

Stellen Sie Strafanzeige bei der Polizei wegen Betruges (und wegen Verstoßes gegen das TierSchG) und bringen Sie alle Beweise vor. Der Verkäufer hat sich „durch Vorspiegelung falscher Tatsachen“ einen „rechtswidrigen Vermögensvorteil“ verschafft.


Prävention

Informieren Sie Ihren regionalen Tierschutzverein: viele Tierschutzvereine engagieren sich gegen den illegalen Welpenhandel und kämpfen in ihrer Region aktiv dagegen an. Je nach Größe und Möglichkeiten des Vereins ist dieser dankbar für Ihre Hinweise.
Sprechen Sie darüber: Die Täter passen ihr Vorgehen stetig an und werden immer besser. Daher ist es nur verständlich, dass viele Menschen illegalen Welpenhandel nicht erkennen. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Erfahrungen teilen! Sprechen Sie mit Ihren Bekannten und Verwandten oder teilen Sie Ihre Erfahrungen via Social Media.