Perrera in La Pared

UPDATE

Situation Perrera la Pared
Seit einigen Wochen gibt es großen Aufruhr, was die Veränderungen in der Perrera von la Pared betrifft.

Rückblick: nach diversen Protesten und Beschwerden bzgl. der Versorgung und Unterbringung von Hunden in der Perrera der Gemeinde Tuineje, wurde diese Station Anfang 2015 geschlossen. Seither teilen sich die vier Gemeinden Pajara, Tuineje, Antigua und Betancuria im Süden Fuerteventuras eine Perrera, und zwar die Perrera in la Pared. Insbesondere die mangelnde medizinische Versorgung der Hunde in dieser Station veranlasste uns im Herbst 2017, die Zustände offiziell anzuzeigen.
Nach einer daraufhin unangemeldeten Kontrolle durch die für die Tierschutzdelikte zuständige Seprona, entstand eine Diskussion um Zuständigkeiten in der Perrera. Unsere Tierschutzkollegin Roberta bekam schließlich die Möglichkeit, sich an den Wochenenden um die Versorgung der Tiere in der Station zu kümmern. Ihr wurde ein Schlüssel für die Perrera ausgehändigt und Roberta konnte ab da an Optimierungen in la Pared mitwirken. Vermeintlich banale Veränderungen, wie das Fixieren der Wassernäpfe, damit diese nicht von den Hunden umgeworfen werden können, wurden endlich umgesetzt. Zudem baute die Gemeinde separate Zwinger für die Unterbringung von Welpen oder kranken Tieren.
Mit José wurde ein engagierter neuer Gemeindemitarbeiter eingestellt und der Tierschutzgedanke konnte mehr und mehr in der Perrera etabliert werden. Man begann sogar vor Ort mit den ersten Kastrationen, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.

Doch dann gab es einen großen Umbruch: die Perreramitarbeiter erhielten einen neuen Vorgesetzten, der nach Aussagen ansässiger Tierschutzvereine wegen diverser Anzeigen bzgl. Tierquälerei in Erscheinung getreten sei. Ob und in wieweit dies bestätigt ist, liegt uns nicht vor.
Der Arbeitsvertrag des unsererseits sehr geschätzten Hundepflegers José lief aus und wurde nicht verlängert und auch von Roberta forderte man den Perreraschlüssel zurück.
Ein aus unserer Sicht großer Rückschritt für die Tierschutzarbeit in la Pared.

Seit einigen Wochen ist nun auch eine neue Tierärztin für die Perrera zuständig. Mit Dunia hat die Station eine von Animal Care geschätzte Tierfreundin gewonnen, die sich zweimal wöchentlich um die medizinische Versorgung der Vierbeiner kümmert.

In einem persönlichen Gespräch beteuerte man uns gegenüber, dass die Hunde nun auch am Wochenende versorgt  würden und die Perrera wochentags für jeden Interessenten offen wäre.
Auch der Vermittlungsablauf hat sich vereinfacht: während man in der Vergangenheit je nach Zuständigkeit der Gemeinde die Behörde aufsuchen musste, um Formalitäten zu klären und eine Gebühr bei der Bank einzuzahlen, kann der Betrag von 15 Euro pro Hund nun einheitlich für alle Hunde in la Pared überwiesen werden und die Formalitäten direkt in der Perrera geklärt werden.

Animal Care hat in mehreren Gesprächen vor Ort aktuell noch einmal deutlich gemacht: Wir sind an einer Zusammenarbeit mit den Gemeinden interessiert und stehen jederzeit zur Verfügung, sollte ein Tier in akuter Not sein. Durch die geschätzte Zusammenarbeit mit unseren Tierschutzkollegen vor Ort, werden wir weiterhin immer versuchen, Notfälle unterzubringen und mit der Aufnahme von Hunden auf unseren Pflegestellen zu unterstützen.


Die Perrera in La Pared im Süden der Insel wurde 2013 grundlegend renoviert und somit zu einer Art “Vorzeige-Perrera” umfunktioniert. Neben geräumigen, wettergeschützten Innenbereichen, können die Hunde auch in einen Außenbereich wechseln. Während dieser bisher durch Drahtzäune gesichert war, grenzen seit den Renovierungen nun Mauern die Zwinger ein. Nicht die schönste Variante, aber das Verletzungsrisiko an den kaputten und aufgebogenen Drähten wird dadurch deutlich reduziert. In der Station können bis zu 40-50 Hunde untergebracht werden.

Leider trügt jedoch das Bild einer vorbildlich geführten Perrera, wie es durch die Renovierungsarbeiten vermittelt werden soll. Auch nach der Instandsetzung der Station hat sich in den letzten Jahren trauriger Weise immer wieder bestätigt, dass sich an der Versorgung der Tiere (insbesondere der medizinischen Versorgung) nichts verbessert hat. Immer wieder finden wir bei unseren Besuchen schwer verletzte, misshandelte und offensichtlich kranke Hunde vor, die umgehend einer tierärztlichen Behandlung bedürfen. Diese ist in der Perrera von La Pared trotz zwei zuständigen Veterinären jedoch fraglicher Weise nicht gegeben. Weiterhin kommt es dafür immer noch regelmäßig zu Einschläferungsaktionen, aber eben nicht um die Tiere aus Tierschutzaspekten von ihren Qualen zu erlösen, sondern um die Station „zu leeren“ wenn es auf Feiertage zugeht oder die Hundepfleger für längere Zeit in den Urlaub gehen.
Animal Care wird auch hier mit den zuständigen Behörden, engagierten Tierschutzkollegen und Veterinären im Gespräch bleiben, um langfristig eine Verbesserung in der Versorgung für die Hunde in der südlichsten Tötungsstation Fuerteventuras zu bewirken.