Mehr als 1.500 Kilometer für Streunerkatzen

Wenn wir über unsere Kastrationsprojekte berichten, stehen in der Regel die erfolgreich gefangenen und kastrierten Streunerkatzen im Fokus. Was oft unsichtbar bleibt, ist der enorme Aufwand, den unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten, bevor überhaupt die erste Katze in einer Lebendfalle sitzt.

Ein aktuelles Kastrationsprojekt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Pinneberg macht das besonders deutlich.

Allein im Mai legten unsere Ehrenamtlichen für dieses Projekt mehr als 1.500 Kilometer zurück. Hinzu kamen weit über 50 Arbeitsstunden direkt vor Ort. Denn verwilderte Katzen lassen sich nicht einfach einfangen. Bevor überhaupt an einen Fang zu denken ist, müssen die Tiere zunächst über einen längeren Zeitraum regelmäßig angefüttert und an die Lebendfallen gewöhnt werden. Jeder Besuch auf dem Hof kostet Zeit – und oft auch Geduld. Denn die scheuen Tiere bestimmen das Tempo.

Erst nach vielen Tagen der Vorbereitung konnten die Katzen nach und nach gesichert werden. Für unsere Helfer bedeutete dies tägliche Fahrten zum Hof, die Kontrolle der Fallen, die Versorgung der Tiere und schließlich die Transporte zum Tierarzt. Nach der Kastration und medizinischen Versorgung wurden die Katzen wieder an ihrem gewohnten Lebensort freigelassen.

Aber nicht für alle Streuner stand die Rückfahrt zu ihrem angestammten Revier an: Muttertiere mit ihrem Nachwuchs konnten ebenfalls gesichert werden und werden nun auf einer unserer ehrenamtlichen Pflegestellen betreut.

Während die Fangaktion auf dem Hof inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden konnte, beginnt für die Pflegestelle jetzt die nächste große Aufgabe. Die Kitten wachsen dort in menschlicher Obhut auf, werden medizinisch versorgt und lernen den Kontakt zu Menschen kennen. Die Betreuung von Mutterkatzen und ihren Jungen ist dabei keine Aufgabe für ein paar Stunden am Tag, sondern ein Einsatz, der über Wochen hinweg nahezu rund um die Uhr Aufmerksamkeit erfordert.

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was ehrenamtlicher Tierschutz wirklich bedeutet: Unzählige Kilometer auf der Straße, viele Stunden Arbeit und Menschen, die ihre Freizeit investieren, damit verwilderte Katzen eine Chance auf ein besseres Leben erhalten. Auf unsere aktiven Vereinsmitglieder können wir dabei nicht nur stolz sein – wir sind ihnen auch unglaublich dankbar.

Unser herzlicher Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die diesen Einsatz möglich gemacht haben!