Wenn Vertrauen erst erlernt werden muss

Posted by Stephanie_Schoen at 09:42 am 08.09.2021

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Dama & Emo

Dama, die schöne siebenjährige Bardina und Emo, der erst eineinhalb Jahre alte Pointer führten unterschiedliche Leben. Erst in der Obhut von Animal Care lernten Sie sich kennen. Dennoch teilen Sie dasselbe traurige Schicksal. Doch dank Karin, erwartet Sie nun auch dieselbe hoffnungsvolle Zukunft.
Dama wurde, gemeinsam mit ihren zwölf Welpen, von einem Animal Horder auf Fuerteventura übernommen. Dort fristete Sie ein trostloses und entbehrungsreiches Dasein als Kettenhund. Ihr Lebensraum beschränkte sich in all den Jahren lediglich auf den Radius, den ihre Kette zuließ. Ihr Körper zeugt davon, dass der Wurf Welpen, der mit ihr auf eine unserer Pflegestelle auf Fuerteventura ziehen durfte, nicht ihr erster war. Vermutlich hat sie schon zahlreiche Welpen unter diesen schrecklichen Bedingungen zur Welt bringen müssen. Dies hat dazu geführt, dass sie kaum mehr Kraft hatte, die sie an ihre Welpen hätte weitergeben können. Von ihren zwölf Welpen überlebte, trotz all unserer Bemühungen, nur ein einziger. Dama hat kaum etwas von der Welt sehen dürfen, kaum etwas kennenlernen. Doch die Erfahrungen, die sie gemacht hat, ließen für sie nur einen einzigen Schluss zu. Der Mensch verursacht Leiden. Ihm zu vertrauen wäre töricht.
Auch Emo wurde aus einer schlechten Haltung übernommen. Von seinem vorherigen Besitzer hat er keinerlei Zuneigung erfahren. Die Zuwendung, die ihm zuteilwurde, muss zumeist sehr negativ und mitunter gewalttätig gewesen sein. Emo, der in seinem Alter eigentlich verspielt, neugierig und fröhlich sein sollte, ist von Angst erfüllt und hat zu keinem Menschen Vertrauen. Männern gegenüber ist seine Angst noch größer als Frauen gegenüber. Wir wissen nicht genau, was ihm passiert ist. Sein auffallend schreckhaftes und unterwürfiges Verhalten, lässt jedoch nur einen traurigen Schluss zu.
Mit Dama und Emo haben wir zwei Schützlinge in unsere Obhut genommen, denen die sonnige Seite des Lebens bisher verwehrt worden ist. Sie reagieren sehr misstrauisch und ängstlich auf ihre Umwelt. Diese beiden geschundenen Seelen davon zu überzeugen, dass das Leben mit dem Menschen Liebe, Zuneigung und Geborgenheit bedeuten kann, ist eine große, langwierige Herausforderung, der sich nicht jeder stellen kann und will. Entsprechend schlecht waren Ihre Vermittlungschancen.
Als unsere Partnerin Karin, die einen Tierschutzhof in Kirchseelte bei Bremen betreibt, von Dama und Emo hörte, war sie kurzerhand fest entschlossen, genau diese Herausforderung anzunehmen. Bei Karin haben unsere Schützlinge nun genau das gefunden, was sie so dringend benötigt haben: Zeit, Raum und unendlich viel Liebe. Dank Karins einfühlsamem und besonders sensiblen Umgang, haben die beiden bereits die ersten vorsichtigen Schritte gewagt und lernen nun, dass das Leben schön sein kann und die Berührung durch den Menschen wohltuend. Auch wenn Dama und Emo ihre Skepsis noch anzusehen ist, sind wir davon überzeugt, dass sie bald verstehen und darauf vertrauen werden, dass sie nun auf der sonnigen Seite des Lebens angekommen sind.
Wir danken Karin von Herzen und wünschen Dama und Emo, dass sie ganz bald ihr „Für-immer-Zuhause“ finden, in dem Sie bis an ihr Lebensende mit Liebe überhäuft werden. Sie haben es verdient!