Einsatzberichte

Herbst 2017

Die Kanareninsel Fuerteventura ist das gesamte Jahr über ein beliebtes Reiseziel vieler Touristen. Auch im Herbst suchen vielen von ihnen noch nach einem Sonnenbad an einem der schönen Strände. Was sich währenddessen in unmittelbarer Nähe, in den sogenannten Hundestationen, abspielt, bleibt den meisten von ihnen verborgen. Die mittlerweile geschlossene Perrera der Gemeinde Tuineje beispielsweise, befindet sich nur wenige Meter von der Hauptverkehrsstraße entfernt, über die täglich etliche Transferbusse die Urlauber in ihre Hotels in den Süden der Insel bringen. In Gesprächen mit Touristen wird uns immer wieder deutlich, wie trügerisch das Bild der vermeintlich hundefreien Straßen ist. Die meisten Urlauber sehen während ihrer Ferien nicht einen einzigen streunenden Hund. Dass diese von den städtischen Hundefängern eingesammelt werden und in eine der intakten drei Perreras verbracht werden, ist kaum einem bewusst. Nahezu im Verborgenen werden die Hunde dort verwahrt, bis sie aufgrund von Überfüllung der Stationen eingeschläfert werden, wenn sie nicht vorher durch Privatpersonen oder Tierschutzorganisationen adoptiert werden. Animal Care setzt sich seit Vereinsgründung immer wieder in Gesprächen mit ansässigen Tierschutzkollegen, Veterinären und Behörden dafür ein, dass wenigstens eine Grundversorgung der Hunde in den Stationen gewährleistet wird.

Während dies in den Perreras der Gemeinden Puerto del Rosario und La Oliva durch die mitwirkenden Tierschützer vor Ort auch gut funktioniert, ist die Situation in der Perrera von La Pared leider nach wie vor furchtbar.Hündinnen und Rüden werden hier gemeinsam in den Zwingern gehalten und somit sogar noch Nachwuchs in der Tötungsstation produziert. Aber insbesondere die fehlende medizinische Versorgung der Tiere ist es, weshalb in der Perrera der Gemeinde Pajara immer wieder schreckliche Zustände herrschen. Dazu kommt ein umständlicher bürokratischer Aufwand, Hunde, die der Gemeinde Tuineje angehören und ebenfalls in dieser Perrera verwahrt werden, von dort zu befreien. Während unseres Aufenthalts im Herbst dieses Jahres war es auch nach etlichen Gesprächen nicht möglich, einen der Vierbeiner zu adoptieren, da die zuständigen Sachbearbeiter auf der Gemeinde Urlaub hatten. Für einige Hunde, die dringend einen Tierarzt gebraucht hätten, war eine Rettung zunächst unmöglich. Ein Zustand, der für uns nur schwer hinnehmbar ist. Unsere Tierschutzkollegen vor Ort werden die bedürftigen Vierbeiner aber schnellstmöglich aus der Station holen und entsprechend versorgen lassen.

Immerhin durften aber die Hunde der Gemeinde Pajara die Perrera verlassen, und somit konnten wir neben den zwei ausgewachsenen freundlichen Mischlingsrüden Barry und Jex noch eine Mutterhündin mit ihren sieben ca. zwei Wochen

alten Welpen mitnehmen. Trauriger hätte deren Start ins Leben nicht sein können. Kaum öffneten sie ihren Augen, befanden sie sich auf dem kalten und verdreckten Betonboden der Perrera. Auf der Welpenstation von Carola und Norbert bekommen sie nun mit ihrer Mutter ein behütetes Zuhause auf Zeit.

Auch in der Perrera der Inselhauptstadt Puerto del Rosario wird es immer voller. Zwar besteht hier eine medizinische Versorgung der Tiere und die Hunde werden, unter anderem durch die Bereitstellung von Kastrationsequipment durch unseren Verein, kastriert. Aber je mehr Hunde in der Perrera untergebracht werden, desto eher kann von der Gemeinde auch hier eine Einschläferung zur Reduzierung des Tierbestandes angeordnet werden. Animal Care hat daher auch in Puerto del Rosario vier freundliche Mischlingshunde adoptiert und vorübergehend auf privaten Pflegstellen unterbracht. Maya, Milow, Flips und Yoda sollen nun die Chance auf ein besseres Leben bekommen.

Auch zukünftig werden wir an den dringend notwenigen Kastrationen festhalten und Tierärztin Sara durch die Bereitstellung des notwendigen Equipments in ihrem Vorhaben unterstützen, sämtliche Vierbeiner der Perrera Puerto del Rosario nur kastriert zu vermitteln. Auch geben wir nicht auf, die Gespräche mit zuständigen Institutionen zu suchen, um die Versorgung der Hunde in der Perrera von La Pared nachhaltig zu verbessern. Aus Sicht von Animal Care e.V. sind die anhaltenden unveränderten Zustände in dieser Station nicht hinnehmbar!



Frühjahr 2017

Auch in diesem Frühjahr reiste Animal Care als Unterstützung zu unseren Tierschutzkollegen und Kolleginnen nach Fuerteventura. Doch auch nach mittlerweile annähernd 30 Aufenthalten durch unseren Vorstand vor Ort ist und bleibt die Tierschutzarbeit auf Fuerteventura unvorhersehbar. Zwar können Besuche der einzelnen Perreras geplant und Hilfsaktionen organisiert werden aber was uns tatsächlich, insbesondere in der Perrera von La Pared erwartet, ist jedes Mal aufs Neue eine nervenaufreibende und in der Regel enttäuschende Überraschung.

Nach wie vor fehlt es am Nötigsten. Den kleinsten Welpen wird kein Wasser zur Verfügung gestellt, die Vierbeiner leiden Hunger und eine medizinische Betreuung ist nicht gegeben. Trotz umfangreicher Kastrationsprogramme, wie sie beispielsweise durch unsere finanzielle Unterstützung in der Perrera von Puerto del Rosario durchgeführt werden, kommt es immer wieder zu „Welpenfluten“. Verantwortungslose Tierhalter geben ihren ungewollten Hundenachwuchs bereits nach wenigen Lebenswochen in den Tötungsstationen ab oder entsorgen die Tiere an Mülldeponien. Nahezu „geboren um zu sterben“, eine perverse Vorstellung, die leider immer wieder der Realität auf Fuerteventura entspricht. Animal Care nahm sich der kleinsten Welpen aus der Perrera von La Pared an. Mit nicht einmal 5 Wochen und 570 Gramm schwer, wurden die insgesamt sieben Mischlinge entsorgt. Das gleiche traurige Schicksal teilten zwei Pointermischlinge. Alle neun Welpen wurden durch Animal Care umgehend in tierärztliche Betreuung übergeben. Trotz aller Bemühungen und Fürsorge kam unsere Hilfe leider für fünf von ihnen zu spät. Die kleinen Körper waren schon zu ausgemergelt. Kurz vorm Verhungern und Verdursten und durch Krankheiten gezeichnet, überlebten nur vier der insgesamt neun Welpen. Auch uns erfahrenen Tierschützern gehen solche Ereignisse an die Nieren. Man kämpft Tag ein Tag aus, Stunde für Stunde um das Überleben der hilfsbedürftigen Geschöpfe und muss sie am Ende doch gehen lassen. Der einzige Trost sind dabei die überlebenden Geschwister, für die sich der Einsatz gelohnt hat.

Neben sechs weiteren Hunden, die wir aus den Perreras von La Pared und Puerto del Rosario adoptieren konnten, nahmen wir uns einem weiteren Fall an, der wieder einmal mehr demonstriert, wie wichtig das Thema Kastration auf den Kanaren ist. Ein Einheimischer hielt sich ursprünglich zwei unkastrierte Hunde. Daraus wurden in kürzester Zeit 22 Tiere. Hilfesuchend kontaktiere er immerhin Tierschutzkollegen vor Ort und willigte uns gegenüber schließlich ein, alle seine Hunde abzugeben und lediglich einen kastrierten Rüden zu behalten. Die Hilfsaktion ist bereits angelaufen und die ersten sechs Vierbeiner konnten aus der schlechten Haltung übernommen werden. Darunter zunächst die geschlechtsreifen Hündinnen, um weiterem Nachwuchs vorzubeugen. Zu den geretteten Hunden kamen zwei Hühner hinzu, die sich in einem katastrophalen Zustand befanden. Die Tiere erhielten Zuflucht auf dem Pferdehof von Imke, wo auch bereits Patenhund „Lupo“ Asyl bekommen hat.

Aber nicht nur der ungewollte Hundenachwuchs oder alte und kranke Hunde werden in den Perreras entsorgt. Auch kerngesunde und absolut freundliche Tiere werden von ihren Besitzern in den Stationen abgegeben. Stellvertretend für die knapp 60 Hunde aus der Perrera der Inselhauptstadt steht „Paula“. Der Grund weshalb die knapp fünfjährige Mischlingshündin in die Perrera kam ist absurd: Paula war ihrem Besitzer zu lieb! Für Animal Care erst recht ein Grund, weshalb Paula den Weg in ein neues Leben antreten darf und durch uns adoptiert wurde.

Freude und Leid lagen auch bei diesem Aufenthalt vor Ort wieder eng beieinander. Der Zusammenhalt mit unseren befreundeten Tierschutzkollegen/innen, engagierten Veterinären und unersetzbaren Pflegestellen zeigt aber wieder einmal mehr, was wir gemeinsam im Tierschutz auf Fuerteventura erreichen können! Unser Dank gilt allen aktiven Unterstützern und Spendern, die unsere Hilfsmaßnahmen auf der Kanareninsel möglich machen.

Sommer / Herbst 2016

Ende August ging es zur Unterstützung unserer Tierschutzkollegen erneut nach Fuerteventura. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die aktive Hilfe bei unseren Freunden Carola und Norbert auf deren Welpenstation. Nach unseren fast täglichen Besuchen in der Perrera von La Pared konnten schließlich fünf Hunde aus der Tötungsstation gerettet werden. Dabei zeigte sich wieder einmal mehr, wie eng Leid und Freude beieinander liegen. Unter den „Glücklichen 5“ befand sich auch die französische Bulldogge „Casimir“. Leider gab es für den kleinen Vierbeiner kein Happy End, wie wir es uns für ihn gewünscht hätten. Casimir hatte eine schwere Wirbelsäulenverletzung, die dazu führte, dass er nur noch kriechen konnte. Der kleine Rüde musste kurz nach seiner Rettung beim Tierarzt von seinen Schmerzen erlöst werden.

Das große Los zog dagegen die alte Jagdhündin „Mary“. Die 13 jährige Podenca wurde von ihrem Besitzer in der Tötungsstation entsorgt. Völlig apathisch stand die Hündin auf klapprigen Beinen vor der hohen Betonmauer ihres Zwingers und bewegte sich kein Stück. Mary kam mit uns und ihre Pflegestelle auf Fuerteventura entschied sich, der Podenca ein Zuhause auf Lebenszeit zu geben.
Dieses Glück teilte auch Mischlingshünin „Camara“. Sie lebt seither ebenfalls in ihrer neuen spanischen Familie auf der Kanareninsel.

Unser eigentlicher „Routinebesuch“ in der Perrera von Puerto del Rosario verlief jedoch ganz anders als geplant: Zwar werden die Tiere in der Hundestation der Inselhauptstadt durch Hundepfleger, Tierschützer und die engagierte Tierärztin Sara bestmöglich betreut und versorgt, dennoch schränkt die Anzahl der Vierbeiner auch hier die Möglichkeiten einer optimalen Unterbringung ein. Unmittelbar bei unserem Besuch wurden wir unfreiwillige Zeugen eines schrecklichen Vorfalls: Ein alter Schäferhundrüde stürzte sich vor unseren Augen auf einen Artgenossen und drohte, diesen totzubeißen Er ließ nicht mehr von seinem Opfer ab, auch mit vereinten Kräften war es uns nicht möglich, den Angreifer in seinem „Rausch“ zu stoppen. Nur die Narkosespritze der Tierärztin konnte das Blutbad beenden. Rüde „Tedd“ überlebte den Angriff mit vielen Bisswunden und wurde durch Animal Care adoptiert! Der imposante Rüde darf in seinem neuen Zuhause zur Ruhe kommen und die schönen Seiten des Lebens kennen lernen.

Beeindruckend war zeitgleich die Hilfsbereitschaft der Hundefreunde in Puerto del Rosario. Da der von der Gemeinde angestellte Hundepfleger am Wochenende keinen Dienst hat, treffen sich Ehrenamtliche, um die Versorgung der Tiere auch am Wochenende zu gewährleisten, während Tierärztin Sara die medizinische Versorgung der Hunde übernimmt und diese ehrenamtlich kastriert. Toll, dass so viele an einem Strang ziehen, um sich gemeinsam für eine gute Sache stark zu machen! Da auch Animal Care einen Anteil dazu beisteuern möchte, beteiligen wir uns an der Finanzierung der medizinischen Geräte, die Sara benötigt, um ihre Kastrationsaktionen für einen nachhaltigen Tierschutz durchzuführen.


April 2016 - Update zur Beschlagnahmung

Fast acht Wochen nach der Beschlagnahmung der beiden Podencos reiste unsere 1. Vorsitzende erneut auf die Kanareninsel, um das weitere Vorgehen gegen den ehemaligen Halter der Hunde zu besprechen. Während uns unmittelbar nach der Polizeiaktion zugesichert wurde, man würde den Jäger zur Rechenschaft ziehen und sich auch den dort noch verbliebenen Hunden annehmen, holte uns mittlerweile die bittere Realität ein. Nach wie vor hat es noch keine Konsequenzen für den Hundehalter gegeben, da der zuständigen Behörde bis heute kein tiermedizinisches Gutachten zum Zustand der beschlagnahmten Podencos vorliegt. Animal Care wird aber dran bleiben, und den „Kampf gegen Windmühlen“ nicht einstellen!

Frühjahr 2016: Animal Care deckt furchtbare Zustände auf

Im Februar/März ging es für Steffi, Sina und Olli zum Tierschutz auf die Kanareninsel. Geplant waren wie immer Besuche in den Tötungsstationen, aber auch bei unseren Freunden Carola und Norbert auf deren Welpenstation. Dass Tierschutz nicht „planbar“ ist, bewies sich aber auch bei diesem Auslandseinsatz wieder einmal mehr. Innerhalb von sechs Tagen liefen uns vier Hunde mehr oder weniger vors Auto und konnten in die Obhut von Animal Care genommen werden. Während sich die zwei Geschwister „Casper“ und „Nele“ problemlos einfangen ließen, wurde uns bei den anderen beiden Vierbeinern umso mehr Geduld abverlangt. Mit Pringles Chips und Thunfisch (eigentlich für die geplante Katzen-Kastrationsaktion im Gepäck)konnten die beiden Streuner jedoch überzeugt werden. Welpe „Pringles“ und Hündin „Thuni“ wurden beim Tierarzt vorgestellt, während sich eine Interessentin meldete und noch am selben Tag eine Übergabe in ein endgültiges Zuhause auf Fuerteventura für den kleinen Rüden anstand.

Einen ebenfalls unvorhersehbaren Verlauf nahm unser Ausflug in den Norden Fuerteventuras. Dort sollte eigentlich nur die Haltung von Jagdhunden überprüft werden, als wir auf unvorstellbare Zustände stießen. Auf einem Grundstück etwas außerhalb der bekannten Touristenstadt Corralejo werden Jagdhunde unter furchtbaren Umständen gehalten. Neben dem Fund einer jungen verhungerten Hündin entdeckten wir zwei medizinische Notfälle. Zwei Podencos mit großen Tumoren. Die Situation ließ keine andere Möglichkeit zu, als die Polizei hinzuzuziehen, die auf unser Drängen hin tatsächlich beide Jagdhunde beschlagnahmt. Animal Care hat die kompletten Kosten für die notwendigen Operationen getragen und die beiden Vierbeiner anschließend in Pflegestellen untergebracht. Der Gesamtbetrag für die Operationen beläuft sich auf knapp 930 Euro. Wir sind für jede Unterstützung sehr dankbar und freuen uns auch über kleine Beträge.

Spendenkonto: Hamburger Sparkasse
IBAN: DE23200505501365131737
Konto-Nr.: 1365131737
BLZ: 200 505 50

Spendenbarometer
930 EUR



Herbst 2015 - Anna im Einsatz auf Fuerteventura

Sich nach dem Schulabschluss für ein soziales Projekt engagieren - dafür hat sich unser aktives Mitglied Anna nach ihrem erfolgreich absolvierten Abitur in diesem Jahr entschieden. Drei Monate verbrachte die junge Hamburgerin auf dem Pferdegnadenhof "Amicab" im Süden der Kanareninsel. Neben der täglichen Versorgung der rund 15 Pferde und vielen weiteren Vierbeinern auf der Finca, setzte sich Anna zudem mehrmals die Woche für die Hunde in der Perrera von La Pared ein. Kein einfacher Gang, schließlich handelt es sich bei der städtischen Hundeauffangstation um eine aktive Tötungsstation. Das heißt, wenn alle Zwinger belegt sind und der Platz eng wird, muss eingeschläfert werden. Wenn man sich nahezu täglich mit den Vierbeinern beschäftigt, für saubere Zwinger und regelmäßige Fütterung sorgt und jeden Tag die Perrera mit der Befürchtung betreten muss, leider nicht für alle Hunde rechtzeitig ein neues Zuhause zu finden, ist emotional kaum vorstellbar. Dass Anna sich dieser Situation so tapfer stellt, um zum Wohle der Tiere zu mindestens so vielen wie möglich zu helfen, verdient größten Respekt! Im Rahmen unserer Möglichkeiten von Animal Care konnten in dieser Zeit immerhin 12 Hunde aus der Perrera von La Pared und drei weitere aus der Perrera von Puerto del Rosario befreit werden. Zwei Welpen blieb ein ungewisses Schicksal erspart, als Anna sie in einem Karton vor der Tötungsstation fand und sich der Beiden annahm. Ebenso wie einem angefahrenen und schwer verletztem Vierbeiner auf der Straße und einer kleinen Babykatze. Weiterhin wurde ein Hund aus privater Haltung übernommen, der aufgrund seines verstorbenen Besitzers sonst ebenfalls in die Perrera gekommen wäre. Neben der Befreiung der Hunde aus den Tötungsstationen ist eine regelmäßige "Kontrolle" der Zustände in der besagten Perrera von La Pared jedoch mindestens genauso wichtig. Nach wie vor findet durch die angestellten Gemeindemitarbeiter nur eine unzureichende Versorgung der Tiere statt. Eine medizinische Betreuung ist größtenteils gar nicht gegeben. Dies zu dokumentieren und auf Mängel hinzuweisen ist die einzige Möglichkeit, um die Zustände langfristig zu verbessern. Animal Care wird sich auch zukünftig nicht davor scheuen, das Gespräch mit den zuständigen Behörden, Veterinären und Hundepflegern zu suchen und wir freuen uns, dass es unsere Tierschutzkollegen auf der Insel ebenso tun!

Weiterhin wurde in diesem Herbst damit begonnen eine Katzenkolonie von 14 Tieren zu kastrieren und somit der nachhaltige Tierschutz vorangetrieben werden.


Frühjahr 2015 - Fuerteventura

Das Frühjahr 2015 stand für unseren Verein ganz unter dem Motto „Tierschutz unter Palmen – arbeiten, wo andere Urlaub machen“. Von April – Juni war unsere erste Vorsitzende auf der Kanareninsel in Sachen Tierschutz unterwegs, unterstützt durch aktive Animal Care Mitglieder.


Dabei freuen wir uns, zunächst von einem riesen Erfolg berichten zu können: Seit Dezember letzten Jahres bleibt die schlimmste der ehemals vier Tötungsstationen auf Fuerteventura geschlossen! Aufgrund unzumutbarer Zustände (Animal Care berichtete: Hunde wurden nicht mal mit dem Nötigsten wie Futter und Wasser versorgt, tote Tiere nicht aus den Zwingern entfernt) wurde von ansässigen Tierschützern, sowie Veterinären immer wieder heftige Kritik an der Perrera in der Gemeinde von Tuineje geübt. Auch Animal Care reichte nach dem letzten Besuch im Sommer 2014 (siehe „Juni 2014“) schriftlich Beschwerde ein.

Seit Beginn des Jahres nun eine positive Wendung: die Tötungsstation bleibt zunächst geschlossen, was wiederum bedeutet, dass alle Fund- und Abgabehunde in die nächstgelegene Perrera von La Pared verbracht werden. Auch wenn es dort dementsprechend voller wird, begrüßen wir von Animal Care diese Entscheidung! Folglich werden wir uns nun dafür einsetzen, dass die Tiere in der kürzlich erst renovierten Perrera von La Pared entsprechend durch die Gemeindemitarbeiter versorgt werden. Leider ist die tägliche Fütterung und medizinische Betreuung aller dort untergebrachten Hunde derzeit absolut unzureichend bzw. nicht gegeben. In den vergangenen 8 Wochen befreiten wir daher nicht nur 11 Vierbeiner aus besagter Tötungsstation, sondern mussten leider auch zwei weitere Hunde zum Einschläfern mitnehmen – eine traurige „Rettung“, aber die einzige noch mögliche Hilfe für diese beiden Vierbeiner.
Wie es verantwortungsbewusst und vorbildlich funktionieren kann, zeigen die aktuellen Entwicklungen in der Perrera der Hauptstadt „Puerto del Rosario“. In jedem Zwinger vorhandene Futterspender ermöglichen eine regelmäßige und ausreichende Futterversorgung – auch am Wochenende oder Feiertagen. Zudem ist die engagierte Tierärztin und Tierschützerin Sara einmal wöchentlich vor Ort und kümmert sich um alle medizinischen kleineren und größeren Belange der Vierbeiner. Gemeinsam mit dem ebenso engagierten Tierarzt Javier läuft derzeit ein Kastrationsprogramm an: Die beiden Veterinäre wollen langfristig etwas zum nachhaltigen Tierschutz beitragen und kastrieren daher in ihrer Freizeit alle Hunde der Perrera in Puerto del Rosario. Ziel der Aktion soll es sein, dass kein Vierbeiner mehr unkastriert vermittelt wird, sodass die bisher nicht abnehmenden „Welpenfluten“ eingedämmt werden – ein toller Ansatz! Mit vier weiteren Hunden im Gepäck verließen wir auch diese Station und möchten uns bei allen beteiligten Tierschützern vor Ort für die freundschaftliche Zusammenarbeit bedanken. Dank der uns widerfahrenen Unterstützung auf Fuerteventura konnten in diesem Frühjahr 15 Hunde gerettet und drei weitere von ihren Qualen erlöst werden.

Lesen Sie außerdem den Erfahrungsbericht von Olli Dietes über seinen ersten Besuch in einer Tötungsstation

Juni 2014 - Fuerteventura

Fuerteventura – wer den Namen dieser Insel hört, denkt an lange weiße Sandstrände, blaues Meer und angenehm kühlenden Wind. Leider kennen die meisten nur diese Seite von Fuerteventura. Das Elend der Hunde und der Katzen auf dieser Insel bleibt vielen verborgen. In den Dörfern und Städten fristen viele herrenlose Tiere ein trostloses Dasein. Sie ernähren sich von Müllresten, werden weggejagt und mit Steinen beworfen, einige werden auch angefahren und achtlos liegen gelassen.
Die Hundefänger der verschiedenen Gemeinden sind jeden Tag unterwegs, sammeln herrenlose Tiere ein und bringen sie in eine der vier Tötungsstationen. Auch in diesem Jahr stand daher wieder ein Besuch unserer beiden Vorstandsvorsitzenden auf der Kanareninsel an. Neben Gesprächen mit zuständigen Behörden und Veterinären endete unserer Aufenthalt mit der Befreiung von 9 Hunden aus der Tötungsstation der Gemeinde “Tuineje”. Die vorgefundenen Zustände in der besagten Perrera waren allerdings so unvorstellbar, das Animal Care diese auf der zuständigen Behörde gemeldet hat. Wir fordern, dass die dort untergebrachten Hunde wenigstens mit dem Notwendigsten, nämlich Wasser und Futter versorgt werden und tote Tiere aus den Zwingern entfernt werden. Seit über 7 Jahren sind wir regelmäßige Besucher in den Stationen und auf den Ämtern und wir werden weiterhin daran festhalten, den Tierschutzgedanken auf der Kanareninsel zu festigen!


November 2013

Ein gutes Jahr nach dem letzten Besuch von Animal Care auf der Kanareninsel wurden wir kürzlich wie gewohnt freundlich von unseren Tierschutzfreunden auf Fuerteventura empfangen. Unser 10 tägiger Besuch wurde insbesondere durch Gespräche mit Hundepflegern in den Perreras und ansässigen Vereinen geprägt, aber auch dem erneuten Verteilen von Flyern und Spendendosen und schließlich der gelungenen Rettung von 3 Hunden aus einer der städtischen Tötungsstationen.
An der Situation, dass die 4 vorhandenen Perreras weiterhin nach spanischem Gesetz als Tötungsstationen geführt werden, hat sich bislang grundsätzlich nichts geändert. Alle Perreras befinden sich in der Verantwortung und Führung der zuständigen Gemeinden. Dennoch geht es in kleinen Schritten voran und es zeichnen sich erste Lichtblicke ab.
In der Gemeinde “La Oliva” haben weiterhin Tierfreunde des Vereins “Fuerteventura Dog Rescue” regelmäßigen Zugang zur Auffangstation und bemühen sich um die Vermittlung der einzelnen Hunde. Zudem wirkt der Verein bei der Versorgung der Vierbeiner mit und hat somit einen Überblick über das Geschehen in der Station.
Die Perrera in “La Pared” im Süden der Insel wird währenddessen grundlegend renoviert. Alte Drahtzäune an den Zwingern wurden komplett entfernt und durch Mauern ersetzt. Des Weiteren bekommt das gesamte Gebäude einen neuen Anstrich. Das Gelände um die Station wurde schließlich komplett entrümpelt und ordentlich angelegt. Folglich entsteht hier nun eine “Vorzeigeperrera”, in der an die 40-50 Hunde hoffentlich ebenso vorbildlich und verantwortungsbewusst versorgt werden können.
Für den Zeitraum der andauernden Renovierungen übernimmt die Perrera in “Tuineje”, ebenfalls im Süden von Fuerteventura, die aufgegriffenen Vierbeiner. Dass die Kapazitäten dieser Stationen dadurch völlig gesprengt werden ist unumstritten. Bei unserem Besuch befanden sich 46 Hunde in den viel zu kleinen Zwingern. Das Fotografieren und Aufzeichnen von Videoaufnahmen wurde uns folglich verboten. Wie auch im vergangenen Jahr verließen wir diese Perrera nicht alleine. Für 3 kleine Mischlingshunde übernahmen wir die Entscheidung über ihr Schicksal. Nach erfolgter Unterzeichnung der Verträge auf der Gemeinde wurden die Vierbeiner ausgiebig beim Tierarzt untersucht und nach dem Einsetzen der Mikrochips in ihr neues zwischenzeitliches Zuhause übergeben.

September 2012

Tierschutz beginnt in den Köpfen der Menschen – daher ein wichtiger Kernpunkt unserer Arbeit: Aufklärungs -und Öffentlichkeitsarbeit. Im Zuge dessen war unsere Vorsitzende im September für 5 Wochen auf den Kanaren – Fuerteventura unterwegs.
Nachdem die Gemeinden Anfang des Jahres die vom spanischen Tierschutzverein als “Tierheim” geführten Hundestationen (Perreras) zurück gefordert haben, werden diese nun wieder als Tötungsstationen geführt. Grund dafür war ein Wechsel im Vorstand des spanischen Vereins und eine damit einhergehende fragwürdige Umsetzung des Tierschutzgedankens, die den Gemeinden keine andere Option offen lies. Ein herber Rückschlag für den Tierschutz auf der Insel. Der spanische Verein hat aufgrund seines Handelns viele Befürworter verloren. Das Vertauen ist gebrochen. Umso wichtiger ist es, den Tierschutz wieder dahin zu bringen, wo er mal war. Es gibt viele Menschen auf der Insel, die nach wie vor ein großes Herz für die Straßenhunde und Katzen haben und ihre Hilfe anbieten. Unsere Arbeit besteht daher zur Zeit in der Bekanntmachung von Animal Care auf der Insel. Flyer und Spendendosen wurden auf ganz Fuerteventura verteilt und Gespräche mit zwei deutschen Vereinen vor Ort geführt, die sich um die Versorgung und Vermittlung der Hunde kümmern. Im Rahmen dessen läuft zurzeit auch ein Kastrationsprogramm an, welches der einheimischen Bevölkerung näher bringen soll, wie wichtig dieser Ansatzpunkt für nachhaltigen Tierschutz ist – durchgeführt durch einen der befreundeten Vereine auf Fuerteventura.
Um uns weiterhin einen persönlichen Eindruck von den Umständen in den Tötungsstationen zu machen, standen leider auch die Besuche der insgesamt vier Perreras an. Kein einfacher Gang, aber uns ist wichtig im Gespräch mit den Behörden zu sein und unsere Informationen zur Situation in den Hundestationen aus erster Hand zu bekommen.